Bundestrojaner, der

Hilfe auf meinem Computer ist der Bundestrojaner. Diese Aussage habe ich nun schon so oft gehört, dass ich seit ein paar Monaten dazu übergegangen bin das auch falsch anzuwenden. Mit diesem Artikel möchte ich dieses Missverständnis ausräumen. Entgegen der landläufigen Meinung hat der Bundestrojaner nichts mit den ganzen netten Bildschirmen zu tun, die ungefähr so aussehen:

Diese Gruppe von Trojanern ist eigentlich als „Ukash-Trojaner“ zu bezeichnen. Der Name resultiert aus der Tatsache, dass die Bezahlung der Strafe über die virtuelle Währung Ukash abgewickelt werden soll. Ja, dieses Ukash gibt es tatsächlich. Allerdings hilft eine Bezahlung der geforderten Summe keineswegs den Trojaner loszuwerden. Mehr zu diesem Thema (Erläuterung der Tatsache wie mit der Angst und dem schlechten Gewissen der Internetnutzer Geld gemacht wird) erläutere ich nächste Woche in der Fortsetzung dieses Artikels. Zurück zum Thema Bundestrojaner. Der Bundestrojaner ist zum ersten kein Trojaner. Der Bundestrojaner ist ein Stück Software welches zur Onlinedurchsuchung von Heimcomputern, Smartphones, PDAs entwickelt wurde. Im Jahre 2008 wurde mehrere Exemplare dieser Software vom CCC (Chaos Computer Club) entdeckt und Teile des Quellcodes veröffentlicht. Nach der bereits 2007 aufgeflammten Diskussion um diese Software war die einheitliche Verlautbarung der zuständigen Dienststellen, dass die Entwicklung der Software eingestellt wurde. Eine ausführliche Analyse der Funktionalität folgte. Das Fazit ist leider eindeutig: Die Onlinedurchsuchung funktioniert!

Der Bundestrojaner kann auf den Zielcomputern normal installiert werden oder wird an einen Trojaner gehängt, der die Software installiert. Daher stammt mit Sicherheit auch der Name. Die „Schrecklichkeit“ dieser Software wird selbstverständlich erhöht wenn man sich das Ding über das Internet einfangen kann. Mittlerweile gibt es natürlich unzählige Versionen dieser Software die immer weiterentwickelt wurde. Die neuste Verlautbarung vom CCC zu diesem Thema betrifft den sog. „Staatstrojaner“ bzw. „Bayerntrojaner“. Dieses Programm wird vor allem dazu benutzt um ein Programm zu installieren, welches die normalerweise verschlüsselten Telefonate der VoIP (Voice over IP)-Dienste Skype oder Sipgate überwachen kann. Die mittlerweile bekannten Versionen der verschiedenen „Bundes- bzw. Staatstrojaner“ werden wegen Ihrer Vorgehensweise von allen aktuellen Virenprogrammen blockiert bzw. gelöscht. Eine ordentlich konfigurierte Firewall verhindert außerdem das die Daten die aufgezeichnet oder ausspioniert wurden an den Empfänger übertragen werden können.

Das wars fürs heute.

Stephan Waßhausen

Autor: Stephan Waßhausen

Als ausgebildeter Fachinformatiker (Netzwerktechnik) kennt er die Probleme in Unternehmensnetzwerken in- und auswendig. Im Informatikstudium konnte er gleichermaßen Fachkenntnisse perfektionieren und Kaffeetrinkgewohnheiten festigen (rabenschwarz, eiskalt). Für den Job bei Sidis qualifizieren ihn unter anderem die quasi unerschöpfliche Engelsgeduld im Beraten und Erklären und der schier endlose interne Informationsspeicher für Konfigurationsdetails.
Spezialgebiete
Server, Virtualisierung, Cloudanwendungen, eigentlich (fast) alles
Bei Sidis zuständig für
Früh-, Spät- und Wochenenddienst