Bundestrojaner, der (Fortsetzung)

Wie bereits versprochen schaffe ich es diese Woche endlich den zweiten Teil meines Artikels zu schreiben. Hier möchte ich mal darstellen warum es so viele Versionen des Ukash-Trojaner gibt.  Beispielsweise habe ich schon folgendes entdeckt:

Abbildung GVU-Trojaner

Anhand dieses Bildes kann man ganz gut erkennen mit welchen Ängsten der Nutzer gespielt wird. Der Name GVU der doch den meisten ein Begriff ist in Kombination mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik schreckt zumindest die meisten Benutzer auf. Die Angst mit der die Hersteller dieser Trojaner spielen, rührt wohl daher, dass viele Benutzer Videos, Musik oder andere urheberrechtlich geschützte Dateien aus dem Internet herunterladen. Das ist natürlich illegal und Diebstahl und daher ist die Furcht vor Bestrafung nicht ungerechtfertigt. ABER: Die Strafverfolgung läuft hier selbstverständlich auf dem üblichen Rechtsweg und nicht

  • über ein Programm, was sich automatisch auf dem Computer installiert und den Benutzer
  • ohne seine Identität zu kennen
  • zur Bezahlung einer völlig willkürlichen Summe (kein Bußgeldkatalog, wie beim Autofahren) verpflichtet
  • und dabei durch die Sperrung des Computers Eingriff in die Privatsphäre nimmt.

Sollten Sie einmal Opfer eines solchen Trojaners werden, braucht man für die Entfernung immer zwei Schritte:

  1. Das automatische Starten des Programmes verhindern. Das geht meist im sog. „Abgesicherten Modus“ von Windows noch ganz gut (Autostarteinträge deaktivieren).
  2. Den nun „schlummernden“ Trojaner mit einem geeigneten Programm wie Malwarebytes entfernen.

Und warum das Ganze? Nun, vermutlich lohnt es sich einfach. Wenn der Trojaner eine gute Verbreitung hat und auch nur ein Bruchteil der Betroffenen zahlt, hat sich das Erstellen schnell gelohnt, denn es ist nicht so sehr viel Arbeit. Viren, Würmer und Trojaner kann man sich kaufen oder programmieren lassen und für eigene Zwecke aufbereiten und anpassen.

Wenn Sie also künftig auch betroffen sind, heißt das übrigens nicht, dass von Ihrem PC mal urheberrechtlich geschützte Dateien ohne Lizenz heruntergeladen wurden, man kann sich Trojaner auch bei ganz legalen Angeboten „einfangen“. Nur die Wahrscheinlichkeit, sich bei illegalen Dienstanbietern zu infizieren ist schon größer. Sollte es so weit sein, müssen Sie nicht in Panik geraten. Mit ein bisschen Fachkenntnissen, lässt sich der gemeine Trojaner in der Regal recht einfach und ohne arg viel Zeitaufwand entfernen.

Beste Grüße

(heute mit freundlicher Unterstützung von Nina)

Stephan Waßhausen

Autor: Stephan Waßhausen

Als ausgebildeter Fachinformatiker (Netzwerktechnik) kennt er die Probleme in Unternehmensnetzwerken in- und auswendig. Im Informatikstudium konnte er gleichermaßen Fachkenntnisse perfektionieren und Kaffeetrinkgewohnheiten festigen (rabenschwarz, eiskalt). Für den Job bei Sidis qualifizieren ihn unter anderem die quasi unerschöpfliche Engelsgeduld im Beraten und Erklären und der schier endlose interne Informationsspeicher für Konfigurationsdetails.
Spezialgebiete
Server, Virtualisierung, Cloudanwendungen, eigentlich (fast) alles
Bei Sidis zuständig für
Früh-, Spät- und Wochenenddienst