Cloud, die

Jeder redet davon, keiner hat sie je gesehen diese ominöse Cloud. Laut der Werbung müsste jeder eigentlich wissen was gemeint ist, denn ob man jetzt Werbung vom Konzern mit dem markanten Buchstaben in magenta oder Werbung vom Computerhersteller mit dem angebissenen Obst sieht ist unerheblich; der Begriff Cloud ist in aller Munde. Nicht selten höre ich von meinen Kunden die Frage, ob wir die Cloud auch empfehlen können, ob die Cloud sicher ist und neulich freute ich mich über die Frage was die Cloud eigentlich sei.

Die Cloud ist ein abstrakter Begriff (ähnlich wie das Internet). Fest steht schon einmal das es nicht „die Cloud“ gibt sondern ganz viele verschiedene Clouds. Vereinfacht gesagt ist eine Cloud ein abgegrenzter Bereich erreichbar über die gleichen Wege wie im Internet, in dem man Daten speichern kann. Mit Hilfe von Zugangsdaten erhält man Zugang zu seinem persönlichen Teil einer Cloud, in dem man Daten ablegen kann, mit dem Ziel auf diese von überall zugreifen zu können. Als ich vor mehr als 10 Jahren meine erste Domain registrierte, hatte ich einen kleinen Bereich Webspace verfügbar. Auf dem einen Teil startete ich die ersten Versuche einer Webseite und musste einen Ordner festlegen der als Webseite veröffentlicht wurde. Dann gab es noch einen Rest (außerhalb dieses Ordners) der war irgendwie da und für mich zugänglich aber nicht für den Rest der Welt. Dieser Speicherplatz war im Prinzip auch eine kleine Cloud.

Bildlich gesprochen stelle ich mir beim Thema Cloud den Morgen eines sonnigen Herbstages vor. Der Himmel entspricht dem abstrakten Überbegriff Internet. Alles was ich sehen kann also der „blaue Himmel“ entspricht den vielen Internetseiten und öffentlichen Informationen die man im Internet sehen kann. Dann gibt es da noch einige Wolken. Da kann ich nicht sehen was da los ist. Da sind auch irgendwelche Daten enthalten aber ich brauche ein Zugangspasswort um an diese Daten zu kommen. Auf die Frage, ob wir die Cloud empfehlen können, weiß ich noch immer keine Antwort. Es kommt darauf an wäre wohl die richtige Antwort. Es gibt mit Sicherheit Anbieter die durch verschlüsselte Datenübertragung, gut gewählte Kennwortbedingungen und hohe Sicherheitsstandards ausschließen, dass Fremde an meine in der Cloud gespeicherten Daten kommen. Ebenfalls gibt es für die Verwalter der Clouds gute Möglichkeiten der Datensicherung die ausschließen, dass die Daten der Cloud verloren gehen. Mein persönliches Problem mit der Cloud ist, dass ich nicht weiß wo Sie gerade im Himmel rumschwebt. Die Daten sind so weit von mir entfernt, dass ich nicht kontrollieren kann was damit passiert. Somit ergibt sich für mich die Schlussfolgerung nicht alle Daten in die Cloud zu laden und somit auf den Vorteil des Zugriffs von überall zu verzichten.

Auch ich als Datenschutzkritiker finde aber die Nutzung der Cloud zur Speicherung von Emails, Kontakten und einem Kalender als sehr sinnvoll. So habe ich die Möglichkeit über mein Handy von überall Termine zu machen und überall mein „kleines schwarzes Adressbuch“ dabei zu haben. Auch manche Daten lade ich bedenkenlos in die Cloud aber nicht alle und vor allem nicht ohne mir vorher darüber Gedanken zu machen.

Viele Grüße

Stephan Waßhausen

Autor: Stephan Waßhausen

Als ausgebildeter Fachinformatiker (Netzwerktechnik) kennt er die Probleme in Unternehmensnetzwerken in- und auswendig. Im Informatikstudium konnte er gleichermaßen Fachkenntnisse perfektionieren und Kaffeetrinkgewohnheiten festigen (rabenschwarz, eiskalt). Für den Job bei Sidis qualifizieren ihn unter anderem die quasi unerschöpfliche Engelsgeduld im Beraten und Erklären und der schier endlose interne Informationsspeicher für Konfigurationsdetails.
Spezialgebiete
Server, Virtualisierung, Cloudanwendungen, eigentlich (fast) alles
Bei Sidis zuständig für
Früh-, Spät- und Wochenenddienst